Über die Gefahren des Betriebes von Öfen in den Sommermonaten
Vor kurzer Zeit wurde ich abends von der Feuerwehr angefordert.
Es ging um zwei Personen, die mit CO-Vergiftung in die nächste verfügbare Druckkammer
gebracht wurden.
Was war passiert?
Der Bewohner des Doppelhauses hatte zwei Öfen an seinem Schornstein angeschlossen und den im Keller befindlichen Ofen in Betrieb genommen.
Dieser Ofen befand sich im Schwelbrand, sodass die Abgastemperatur nicht besonders hoch war und die Abgase besonders lange im Schornstein verweilten bzw. bei der vorherrschenden warmen Witterung gar nicht abzogen.
Wenn man bedenkt, dass der Auftrieb eines Schornsteins von der Differenz zwischen der Temperatur im Schornstein und der Temperatur der Umgebung abghängig ist, kommt man schnell dahinter, was den Bewohnern fast das LEBEN gekostet hätte.
Draußen herrschten sommerliche Temperaturen und im Schornstein gering tempierte Abgase....
Rauchgase konnten durch die Verbrennungsluftöffnungen der betriebenen Feuerstätte und evtl. durch die, mit einem Russabsperrer verschlossen Anschlussöffnung in den Wohnbereich gelangen.
Das im Abgas vorhandene CO (Kohlenmonoxid) ist in der Lage, durch Wände und Decken zu strömen (Diffusionsverhalten). Auch dieser Umstand wird durch die lange Verweildauer der Abgase im Schornstein ein weiterer Grund für die vergiftung gewesen sein.
Grundsätzlich sollte man bei den zuvor beschriebenen Umständen im Sommer die Feuerstätte sensibel betreiben und mit ausreichend Verbrennungsluft versorgen.
Ihr Schornsteinfeger wird Ihnen den Unterschied zwischen Sommer- und Winterheizen verständlich erklären.